HCG Diät: Gefährliche Crash-Diät oder neue Wunderkur?

Spread the love

 

So schnell wie möglich ein paar Kilos verlieren- Wer will das nicht? Die HCG-Diät- auch Hollywood-Diät und Stoffwechseldiät genannt- verspricht genau das und gilt als neue Wunderkur, ist bei den Schönen und Reichen als Superdiät bereits in aller Munde. Doch was bringt die HCG-Diät in Wirklichkeit, was muss beachtet werden und kann der neue Trend sogar gefährlich werden? Wir klären auf.

 

 Was ist die HCG-Diät?

Zwar ist die HCG-Diät ein relativ neuer Trend, existiert aber bereits seit den 1950er Jahren und wurde vom britischen Arzt Albert Simeons (*1900 †1970) konzipiert. Sie besteht aus zwei Komponenten: Der extremen Kalorienreduktion (maximal 500-800 Kalorien täglich) und der Einnahme des körpereigenen Hormons HCG.

HCG steht für Human Chorionic Gonadotropin und wird auf natürlichem Wege von schwangeren Frauen produziert. Einer der Hauptfunktionen von HCG ist es, dem heranwachsenden Baby genügend Energie und Nährstoffe zur Verfügung zu stellen, indem es die Fettreserven der Mutter mobilisiert. Doktor Simeons stellte in seinen Studien fest, dass regelmäßige, geringe Dosen des Hormons HCG bei einer übergewichtigen Person den selben Effekt hat, nämlich Fettreserven von ungefähr 2000-2500 Kalorien mobilisiert und an nur einem Tag verbrennt. Um ein Kilogramm abzunehmen, bräuchte man mit dieser Methode theoretisch also bloß zwei bis drei Tage!

 

Was verspricht die HCG-Diät?

Die Versprechen der HCG-Diät klingen verführerisch: Man soll in nur drei Wochen bis zu 10% seines Körpergewichts verlieren können, ohne dabei Muskelmasse und Wasser abzubauen, sondern reines Fett. Gleichzeitig soll dabei der Stoffwechsel angeregt werden, ohne dass man unter Hungergefühlen oder schlechter Laune leidet oder sich müde und kraftlos fühlt. Außerdem soll die Diät sogar einen straffenden und glättenden Effekt auf die Haut haben.

Wie funktioniert die HCG-Diät?

 Die HCG-Diät besteht aus zwei Teilen: Einer extrem kalorienarmen Ernährung und der Einnahme des Hormons HCG für insgesamt drei Wochen (21 Tage). Wer noch mehr Gewicht verlieren will, kann die Diät wiederholen, muss aber zunächst eine dreiwöchige Stabilisierungsphase einlegen, in der wieder deutlich mehr Kalorien zu sich genommen werden müssen. Werfen wir einen Blick auf die Ernährung: Die Diät erlaubt zwei Mahlzeiten am Tag, Mittagessen und Abendessen. Jede Mahlzeit muss Protein, Gemüse, Brot und Obst enthalten, was bei einer derart kalorienarmen Ernährung nicht einfach ist.

 

Erlaubt sind gegrilltes oder gebratenes Rindfleisch, Hühnchenbrust, weißer Fisch, Hummer, Krabben und Garnelen, nicht erlaubt sind Lachs, Thunfisch, Aal, Hering und getrockneter Fisch.

Im Bereich Gemüse sind Spinat, grüner Salat, Tomaten, Zwiebeln, Sellerie, Gurken, Spargel, Fenchel, Radieschen und Kohl erlaubt.

Man darf keine Unmengen an Brot essen, aber ein kleines Stück ist erlaubt.

Erlaubt in der Kategorie Obst sind Orangen, Äpfel, Erdbeeren und Grapefruit, alles in kleinen Portionen.

Außerdem darf man täglich so viel Wasser, Tee und Kaffee zu sich nehmen und sogar einen Esslöffel Milch. Süßstoff ist erlaubt, um Getränke einen süßeren Geschmack zu geben, Zucker allerdings nicht. Alkohol, Butter und Öl sind ebenso wenig erlaubt.

 

Die ersten zwei Tage der dreiwöchigen Diät gelten als “Schlemmertage” und man darf noch einmal so viel Essen zu sich nehmen, wie man möchte, um den Körper auf die anschließende Diät vorzubereiten und den Stoffwechsel anzukurbeln. Ab dem dritten Tag sind nur noch 500 Kalorien täglich erlaubt. Zum Vergleich: Durchschnittlich braucht ein erwachsener Mensch ungefähr 2.000 Kalorien am Tag (Frauen ca. 1.800, Männer ca. 2.300).

 

Zusätzlich zum strengen Diätplan wird außerdem ab dem ersten Tag das Hormon HCG gespritzt oder in Pillen- oder Tropfenform eingenommen. Laut Diätversprechen verhindert dies permanente Hungergefühle und die Energieabnahme, stabilisiert den Blutzuckerspiegel und fördert die Fettverbrennung.

 

 

Phasen der HCG-Diät

Die HCG-Diät besteht aus vier Phasen:

PhaseBeschreibung
Schlemmerphase2 Tage lang, essen was man möchte + HCG Spritzen/Tabletten
Diätphase17 Tage, maximal 500 Kalorien täglich + HCG Spritzen/Tabletten
Ausleitungsphase2 Tage, die Ernährung wie in der Diätphase beibehalten, aber keine HCG Spritzen/Globuli mehr einnehmen
Stabilisierungsphase21 Tage, langsam wieder mehr Kalorien zu sich nehmen, kein HCG

 

HCG einnehmen – Spritzen, Tabletten oder Tropfen? 

Es gibt drei verschiedene Arten, das für die Diät nötige HCG einzunehmen: In Form von Spritzen, Tabletten und Tropfen. Welche Option ist die Wirkungsvollste?

Die Originalversion der Diät von Doktor Albert Simeon- dem Erfinder der Diät- schreibt Spritzen vor. Spritzen sind die direkteste Form der Einnahme und geht direkt ins Blut. Die Nadeln sind für gewöhnlich klein und verursachen nur wenig Schmerz, allerdings braucht man für diese ein vom Arzt verschriebenes Rezept und sollte natürlich keine Angst vor Spritzen besitzen. Spritzen sind effektiver, allerdings auch teurer.

Die zweite Methode sind HCG-Tabletten (“Globuli”). Der Vorteil ist, das Tabletten geschmacklos, schmerzlos und einfach zu schlucken sind und außerdem einfacher zu besorgen sind als Spritzen. Der Nachteil ist allerdings, dass Tabletten verdaut werden und dadurch einen Teil der enthaltenen Hormone verlieren, was sie dadurch wirkungsloser macht. Da man Tabletten normalerweise ohne Rezept erhält ist die Gefahr außerdem groß, dass man nicht die wirkungsvollsten Tabletten oder gar Fälschungen kauft. Allerdings sind diese deutlich günstiger als Spritzen. Ähnliches gilt für HCG in Tropfenform.

Wichtig: Generell sollte eine HCG-Diät nicht ohne ärztliche Aufsicht durchgeführt werden.

 

 

Wann ist von der HCG-Diät abzuraten?

 

Abgesehen von den generellen Risiken der HCG-Diät gibt es außerdem Personengruppen, die die HCG-Diät auf keinen Fall durchführen sollten.

Dazu gehören:

 

  • Schwangere und stillende Frauen
  • Personen mit Typ 1 Diabetes (evtl. möglich bei Nachfrage beim Hausarzt)
  • Personen mit Leber- oder Nierenversagen
  • Personen, die in der Vergangenheit bestimmte Arten von Krebs hatten (z.B. Uterus- oder Eierstockkrebs)

 

 

Kann die HCG-Diät gefährlich werden?

HCG wird von der amerikanischen Behörde für Lebens- und Arzneimittel (Food and Drug Administration, kurz FDA) als verschreibungspflichtiges Medikament bei weiblicher Unfruchtbarkeit und weiteren medizinischen Problemen zugelassen, nicht aber als Medikament für Diäten. Laut FDA liegt kein Beweis dafür vor, dass HCG den Fettabbau unterstützt, stattdessen wird schnell viel Gewicht verloren, da man über Wochen hinweg viel zu wenige Kalorien zu sich nimmt.

500 Kalorien am Tag sind selbst bei wenig Bewegung nicht nur so wenig, sondern sogar möglicherweise gefährlich. Wer über längere Zeit so wenige Kalorien zu sich nimmt, erhöht sein Risiko für Kopfschmerzen, Schwindel, Krämpfe, Haarausfall, Verstopfung, Gallensteine, einen unregelmäßigen Herzschlag und Probleme mit den für den Körper wichtigen Elektrolyten enorm. Gerade ohne ärztliche Aufsicht ist das Risiko hoch, zu wenig Eiweiß, Minerale und Vitamine zu sich zu nehmen.

“Es ist leichtsinnig, unvernünftig und komplett irrational.” sagt Pieter Cohen, ein Assistenzprofessor der Medizin an der Harvard Medical School in Boston. Kann man mit der HCG-Diät an Gewicht verlieren? “Natürlich, aber das liegt daran, dass man kaum Kalorien zu sich nimmt. Wenn man fast nichts isst, nimmt man natürlich ab. Der Effekt ist außerdem nicht langfristig.”