Abnehmen: Die 13 größten Diätlügen

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Wir kennen es alle: Im Internet findet man unzählige Blogs und Newsportale, auf denen man von Workout-Tipps über Ernährungspläne alles findet. Viele dieser Artikel sind hilfreich und sogar teils durch Studien belegt, doch ein großer Teil der Information, die man online findet, ist völlig falsch.

Wir klären hier mit Hilfe von Diätexperten und Ernährungswissenschaftlern die größten Diätlügen und Gesundheitsmythen auf.

 

  1. Mandelmilch ist gesünder als herkömmliche Milch

Laut Diätexpertin Susie Burrell von Shape Me ist Mandelmilch nur zu bevorzugen, wenn man allergisch auf Milchprodukte reagiert oder den Geschmack herkömmlicher Milch nicht mag.

“Die Hauptnährstoffe, die wir von Milch erhalten, sind Eiweiß und Kalzium und es ist wichtig zu wissen, dass Mandelmilch keiner der beiden enthält.” erklärt sie.

“Einige Mandelmilch-Marken enthalten kleinere Mengen an Kalzium, aber lange nicht so viel wie herkömmliche Milch.”Wer also Mandelmilch bevorzugt, sollte darauf achten, sein Kalzium aus anderen Quellen zu beziehen.

 

  1. Obst ist ungesund, da es zu viel Zucker enthält

 Es stimmt, dass Obst relativ viel Zucker enthält, aber das bedeutet nicht, dass es ungesund ist.

“Obst enthält ungefähr 20-30g Zucker pro Portion, aber verglichen mit süßen Diätgetränken, Fruchtsäften und Süßigkeiten ist das wenig. Ein paar Portionen Obst am Tag sind kein Problem, es sei denn es sind fünf Bananen oder ähnliches.”

 

  1. Kohlenhydrate wegzulassen macht schlank

 Laut Ernährungswissenschaftlerin Zoe Bingley-Pullin der Huffington Post kann das Weglassen von Kohlenhydraten das Gegenteil bewirken, da Menschen durch den Mangel an Energie später deswegen oft mehr essen.

“Diäten niedrig an Kohlenhydraten verursachen niedrige Energielevel, schlechte Laune, Heißhungerattacken und langfristige Verdauungsprobleme.” sagt die Expertin.

“Kohlenhydrate können Teil einer gesunden, ausgeglichenen Ernährung sein. Es ist wichtig, die richtige Menge zu essen und die richtigen Kohlenhydrate auszuwählen.”

Gute Kohlenhydrate sind zum Beispiel Kartoffeln, Cracker, Vollkornbrot und –pasta.

 

  1. Fitnesstraining ist nicht wichtig- Nur die Ernährung ist wichtig

“Während weniger Kalorien natürlich in Gewichtsverlust resultieren, ist Fitnesstraining einer der einzigen Wege, langfristig mehr Kalorien zu verbrennen.” sagt Susie Burrell.

“Natürlich gibt es verschiedene Arten von Workouts und manche sind effektiver als andere, zum Beispiel High Intensity Intervall Training (HIIT) und Resistance Training. Aber zu sagen, dass Fitnesstraining unwichtig beim Abnehmen ist, ist lächerlich und unvernünftig.”

  1. Einen Sixpack zu haben bedeutet, dass man fit ist

Fitnesstrainer und Gründer von 98 Riley Street Gym, Chris Feather, erklärt, dass das nicht stimmt.

“Kunden sehen Fotos von extrem schlanken Menschen der Gesundheits- und Fitnessindustrie auf Magazinen und Instagram und glauben, dass das der Inbegriff von Fitness ist.” erklärt er der Huffington Post.

“Die Wahrheit ist dass das nur bedeutet, dass der Körper einen niedrigen Fettanteil besitzt. Zu oft wird der Ästhetik von Fitness zu viel Bedeutung geschenkt und nicht der eigentlichen Fitness.”

 

  1. Die Paleo Diät ist die beste Diät

 Susie Borell beschreibt die Paleo Diät als generellen Ernährungsstil, der auf unverarbeitete Kornprodukte, Samen, Nüsse, Gemüse und Eiweiße setzt.

Dadurch haben Lebensmittel keinerlei Gluten, Milchanteile oder übertrieben viel Zucker durch Verarbeitung, dafür enthalten sie viel Eiweiß und Kohlenhydrate.

“Paleo kann als Diät äußerst gesund sein, aber es ist wichtig, sich besonders auf die Art von Protein zu konzentrieren, die man zu sich nimmt, und auch viel Fisch in die Ernährung zu integieren.” erklärt sie.

Wer abnehmen will, muss sich also auch auf die Kalorien konzentrieren und nicht nur darauf, gesunde Lebensmittel zu sich zu nehmen.

“Es ist außerdem wichtig, Kalziumquellen in die Ernährung zu integrieren, was bei der Paleo Diät oft schwer fällt.”

 

  1. Alkohol ist okay, da kein Zucker enthalten ist

 Egal, in welcher Form man den Alkohol zu sich nimmt, dieses Statement ist immer unwahr.

“Alkohol sind fermentierte Kohlenhydrate und obwohl einige Arten von Alkohol keinen ‘Zucker’ enthalten, enthalten sie trotzdem Kohlenhydrate, die im Grunde Zucker in einer anderen chemischen Form sind und zu normalem Zucker im Blut umgewandelt werden.”

 

  1. Das Abendessen wegzulassen hilft beim Abnehmen

Klar, Kalorien werden eingespart- aber oft hat das den gegenteiligen Effekt. Das Hungergefühl wird oft größer und man neigt dazu, am Ende noch mehr zu essen.

Außerdem hat man auf leeren Magen oft einen unruhigen Schlaf, was zu Müdigkeit am Morgen sorgt.

Der Stoffwechsel ist zusätzlich ein wichtiger Punkt: Der Körper fährt automatisch den Stoffwechsel herunter, wenn man nicht genug Nahrung zu sich nimmt. Dadurch werden weniger Kalorien verbraucht und Energie wird aus Muskelmasse bezogen anstatt aus Fettreserven.

 

  1. Fettgehalt reduzieren, um abzunehmen

Hier kommt es darauf an, welche Fette man zu sich nimmt. Einige Fette sind äußerst ungesund: Die gesättigten Fettsäuren. Sie stecken in Lebensmitteln wie frittierten Produkten, Wurst, fettigem Fleisch, Chips und Sahne.

Ungesättigte Fettsäuren dagegen sind sehr gesund und sollten unbedingt in eine gesunde Ernährung integriert werden und helfen sogar beim Abnehmen. Beispiele sind Avocado, Nüsse und Oliven.

Vorsicht jedoch: Fetthaltige Lebensmittel enthalten auch immer relativ viele Kalorien, daher sollte man bei den Mengen aufpassen.

 

  1. Light-Getränke helfen beim Abnehmen

Klar, Getränke wie Coca Cola Light enthalten keine Kalorien, allerdings enthalten sie trotzdem den Süßstoff Aspartam.

Dieser Süßstoff wirkt im Gehirn ähnlich wie Zucker und macht Heißhunger und Lust auf mehr Süßes.

Ab und zu ist eine Coca Cola Light aber okay.

 

  1. Durch Sit-Ups kann man gezielt Fett am Bauch verlieren

Eine der größten Lügen der Fitnessindustrie: Lokale Fettverbrennung an Bauch, Oberschenkeln oder anderen Teilen des Körpers.

Fakt ist: Eine lokale Fettverbrennung ist nicht möglich. Zwar speichern unsere Körper an bestimmten Stellen mehr Fett, wodurch manche Menschen eben mehr Fettpolster am Bauch oder dem Po haben als andere.

Aber das bedeutet nicht, dass man gezielt an einer Stelle abnehmen kann, vor allem nicht durch Fitnesstraining. Der gesamte Fettprozentanteil des Körpers muss gesenkt werden, um Erfolge in einer Region sehen zu können.

 

  1. Saft-Diäten lassen uns schnell viel an Gewicht verlieren

Wenn wir weniger Kalorien zu uns nehmen als unser Grundbedarf, verlieren wir an Gewicht, das ist richtig.

So einfach ist es aber nicht: Gerade Säfte, die aus Obst bestehen, enthalten oft besonders viel Zucker, was in großen Mengen ungesund ist. Ausschließlich Flüssignahrung sorgt außerdem für Heißhungerattacken.

Säfte, egal ob aus Obst oder Gemüse, enthalten außerdem kein Eiweiß, was wichtig für unsere Muskeln ist. Eine Diät ohne Eiweiß führt oft dazu, dass unser Körper statt unserer Fettreserven unsere Muskeln als Energiequelle nutzt, was im Fachjargon zu einem “Skinny Fat”-Körper führt.

  1. Kalorien später am Tag führen eher zu einer Gewichtszunahme

Ein Irrglaube, den leider viele Menschen teilen.

Dr. John Foreyt, Direktor des Behavioral Medicine Research Center am Baylor College of Medicine, erklärt: “Kalorien sind und bleiben Kalorien und es spielt keine Rolle, um wie viel Uhr man diese zu sich nimmt. Was wichtig ist, ist die Gesamtzahl an Kalorien, die man am Tag isst.”

 

 

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